Dein Kind sagt: Ich kann das nicht. Bevor es es versucht hat. Bevor es auch nur eine Minute geubt hat. Einfach: Ich kann das nicht. Und du weisst: Das stimmt nicht. Du siehst jeden Tag, was dein Kind kann. Aber wie bringst du es dazu, das auch selbst zu sehen?
Selbstbewusstsein ist keine Charaktereigenschaft, mit der man geboren wird. Es ist eine Faehigkeit, die sich entwickelt - durch Erfahrungen, durch Beziehungen, durch die Art, wie die Menschen um ein Kind herum auf es reagieren.
Ich bin Monika Woerle, Heilpraktikerin fuer Psychotherapie und ehemalige Kindergartenleitung. In ueber 40 Jahren Arbeit mit Kindern und Familien habe ich eines gelernt: Selbstvertrauen veraendert Generationen. Und es beginnt bei dir - jeden Tag, in kleinen Momenten.
9 Wege, das Selbstbewusstsein deines Kindes zu staerken
Weg 1: Staerken sehen und benennen - nicht nur Schwaechen korrigieren
Kinder hoeren viel mehr Korrekturen als Bestaetigungen. Dabei ist das Verhaeltnis entscheidend: Fuer jede Korrektur braucht ein Kind mindestens fuenf positive Rueckmeldungen, damit sein Selbstwertgefuehl stabil bleibt. Nicht Lob fuer alles - aber echtes Anerkennen echter Staerken.
Weg 2: Gefuehle ernst nehmen - auch die unbequemen
Wenn ein Kind weint und du sagst: Stell dich nicht so an - dann lernt es: Meine Gefuehle sind falsch. Stattdessen: Ich sehe, dass du traurig bist. Das ist okay. Gefuehle ernst nehmen heisst nicht, sie zu verstaerken - es heisst, das Kind mit ihnen nicht allein zu lassen.
Weg 3: Echtes Lob statt Pauschalaussagen
Du bist toll! klingt gut, aber es hilft wenig. Was wirklich wirkt: konkretes, echtes Lob. Ich habe gesehen, wie du deiner Schwester geholfen hast, obwohl du selbst muede warst. Das war wirklich fuersorglich von dir. Dieses Lob kann das Kind greifen und wiederholen.
Weg 4: Fehler als Lernchance rahmen
Kinder, die Angst vor Fehlern haben, wagen nichts Neues. Kinder, die gelernt haben, dass Fehler zum Lernen gehoeren, entwickeln Resilienz. Wie du das rahmst: Oh, das hat nicht geklappt. Was koennten wir beim naechsten Mal anders machen? - statt: Wie konnte dir das passieren?
Weg 5: Entscheidungen treffen lassen - in altersgemassem Rahmen
Selbstwirksamkeit entsteht durch Erfahrung. Wenn ein Kind nie selbst entscheiden darf, lernt es: Ich bin nicht kompetent. Lass dein Kind waehlen - was es anziehen will, welches Buch ihr lest, was es zum Fruehstueck moechte. Kleine Entscheidungen bauen grosses Vertrauen.
Weg 6: Koerpersprache und Augenkontakt - du bist wichtig
Wenn dein Kind dir etwas erzaehlt und du schaust aufs Handy - dann spuert dein Kind: Ich bin nicht wichtig genug. Volle Aufmerksamkeit fuer 10 Minuten am Tag ist wertvoller als zwei Stunden halbherzige Anwesenheit.
Weg 7: Verantwortung uebertragen - altersgerecht
Ein Dreijaeheriger, der seinen Teller zum Spuelbecken bringt. Ein Fuenfjaehriger, der den Tisch deckt. Ein Achtjaehriger, der den Einkaufszettel schreibt. Verantwortung sagt: Ich traue dir das zu. Du bist faehig. Lass es unperfekt sein - der schief gedeckte Tisch ist wichtiger als der perfekte.
Weg 8: Schaffe ein Ritual der Staerken
Jeden Abend beim Zubettgehen eine Frage: Was hast du heute gut gemacht? Nicht was war schoen - sondern was hast DU gut gemacht. Das lenkt den Blick deines Kindes auf die eigene Kompetenz. Jeden Tag. Wie ein Muskeltraining.
Weg 9: Liebe ohne Bedingung - auch wenn es schwer ist
Dein Kind bekommt eine Fuenf - du liebst es. Dein Kind luegt dich an - du liebst es. Dein Kind schreit: Ich hasse dich! - du liebst es. Nicht das Verhalten. Aber das Kind. Immer. Bedingungslose Liebe heisst: Egal was du tust - meine Liebe zu dir steht nicht zur Debatte.
Was den Selbstwert zerstoert (ohne es zu merken)
Selbstwert wird selten durch ein einzelnes Ereignis zerstoert. Es sind die kleinen, wiederholten Botschaften, die sich eingraben:
Monikas Geschichte: Von der Eselsreihe zur Expertin
In meiner Grundschulzeit gab es etwas, das sich Eselsreihe nannte. Die schlechtesten Schueler wurden in eine Reihe gesetzt - fuer alle sichtbar. Als Strafe. Als Beschaemung. Ich sass dort. Mehrfach. Ein kleines Maedchen, das Kinderlaehming ueberstanden hatte und in der Schule nicht mithalten konnte.
Aber was meine Mutter an jedem dieser Abende getan hat, das habe ich sofort gespuert. Sie hat mich in den Arm genommen und gesagt: Du bist gut, so wie du bist. Die Reihe sagt nichts ueber dich. Meine Mutter konnte die Schule nicht aendern. Aber sie konnte mir ein Fundament geben, das staerker war als die Beschaemung. Genau das kannst du auch.
Dein naechster Schritt
Sofort-Hilfe: Die kostenlose FamilyCalm App enthaelt 20 Gefuehlskarten und die 5-Minuten-Oase.
21 Tage Begleitung: Im 21-Tage-Kurs lernst du ab Tag 16, wie du den Selbstwert deines Kindes im Alltag staerkst.
Tiefe Veraenderung: Im 6-Wochen-Kurs ist Modul 4 komplett dem Thema Selbstwert gewidmet - fuer dein Kind UND fuer dich.

Monika Woerle
Heilpraktikerin fuer Psychotherapie - HPP
Monika Woerle ist Heilpraktikerin fuer Psychotherapie und war 35 Jahre lang Kindergartenleitung im Allgaeu. Sie begleitet Familien online und persoenlich im Raum Ostallgaeu.
