Dein Kind kommt vom Wochenende bei Papa zurueck. Du fragst: Wie wars? Und dein Kind sagt: Gut. Nicht mehr. Kein Strahlen, keine Geschichten. Nur Gut. Und dann merkst du: Dein Kind erzaehlt bei Papa genauso wenig von dir.
Was hier passiert, nennt sich Loyalitaetskonflikt. Dein Kind liebt euch beide. Und es hat gelernt - oft ohne dass jemand es explizit gesagt hat - dass es gefaehrlich ist, das zu zeigen.
Ich bin Monika Woerle, Heilpraktikerin fuer Psychotherapie. Loyalitaetskonflikte gehoeren zu den schmerzhaftesten Themen, die ich in meiner Praxis begleite - weil sie so still sind. Das Kind leidet, aber es zeigt es nicht. Es will niemanden verletzen.
Was ist ein Loyalitaetskonflikt?
Ein Loyalitaetskonflikt entsteht, wenn ein Kind das Gefuehl hat, dass es einen Elternteil verraten wuerde, wenn es den anderen liebt. Das Kind steht zwischen zwei Menschen, die es liebt - und fuehlst sich zerrissen.
Wichtig: Loyalitaetskonflikte entstehen nicht nur durch offene Konflikte. Manchmal reicht ein Seufzen, wenn der Name des anderen faellt. Ein kurzes Schweigen. Eine Koerpersprache, die sagt: Ich will das nicht hoeren.
Symptome: Woran du erkennst, dass dein Kind betroffen ist
Das Kind redet kaum noch ueber den anderen Elternteil
Es wird nach Besuchen beim anderen Elternteil auffaellig (aggressiv, traurig, still)
Es macht sich selbst schlecht: Ich bin so dumm wie Papa
Es vermeidet es, den anderen Elternteil zu loben oder zu verteidigen
Es berichtet, was der andere Elternteil gesagt hat - und schaut dabei aengstlich
Es fragt: Bist du boese auf mich, wenn ich Papa/Mama lieb habe?
Was Kinder wirklich brauchen
Die Erlaubnis, beide Eltern zu lieben
Klarheit: Die Trennung ist nicht ihre Schuld
Stabilitaet: Gleiche Regeln, gleiche Rituale
Raum fuer alle Gefuehle - auch Wut und Trauer
Einen sicheren Hafen bei mindestens einem Elternteil
5 Loesungen fuer den Alltag
Niemals schlecht ueber den anderen Elternteil reden
Das ist die wichtigste Regel. Nicht: Papa ist so unverantwortlich. Nicht: Mama denkt nur an sich. Nicht einmal ein Augenrollen. Dein Kind liebt seinen anderen Elternteil. Wenn du diesen Elternteil schlechtmachst, machst du einen Teil deines Kindes schlecht.
Explizit erlauben, beide zu lieben
Sag es laut: Du darfst Papa/Mama lieben. Das ist gut so. Ich freue mich, wenn ihr eine gute Zeit habt. Kinder brauchen diese explizite Erlaubnis - weil sie sonst aus deiner Koerpersprache das Gegenteil lesen.
Kein Kind als Bote oder Spion einsetzen
Frag nicht: Was hat Papa gesagt? Schick keine Nachrichten ueber das Kind. Kommuniziere direkt mit dem anderen Elternteil - auch wenn es schwer faellt. Das Kind ist kein Vermittler.
Gefuehle des Kindes ernst nehmen
Wenn dein Kind sagt: Ich vermisse Papa - dann ist die richtige Antwort nicht: Dann haette er nicht gehen sollen. Sondern: Ich verstehe das. Darf ich dich in den Arm nehmen? Das Gefuehl anerkennen, ohne den anderen Elternteil zu kommentieren.
Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
Wenn der Loyalitaetskonflikt stark ausgepraegt ist, lohnt sich professionelle Unterstuetzung - fuer das Kind und fuer dich. Nicht als Zeichen von Schwaeche, sondern als Zeichen von Verantwortung.
Dein naechster Schritt
Im 6-Wochen-Intensivkurs begleite ich dich durch alle Aspekte der Familiendynamik nach einer Trennung - mit konkreten Werkzeugen fuer den Alltag.

Monika Woerle
Heilpraktikerin fuer Psychotherapie - HPP
Monika Woerle ist Heilpraktikerin fuer Psychotherapie und war 35 Jahre lang Kindergartenleitung im Allgaeu. Sie begleitet Familien online und persoenlich im Raum Ostallgaeu.
